Karrierefaktor Ziele

Nicht nur für Bergsteiger ist es wichtig zu wissen, wohin man will

Coaching mit einem Klienten, es ging um Ziele und ich frage:

„Welches sind die 3 Hauptziele in deinem Leben?“ – Nach einigem Nachdenken nennt er einige Punkte, die ihm wichtig sind.

„Welches von diesen Zielen ist dir am wichtigsten? – Bei welchem wärst du am Ende deines Lebens wirklich traurig, wenn du es nicht erreicht hättest?“

Darauf scheint die Antwort klar zu sein: „Meine Familie! Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen, ich will sie abends ins Bett bringen und am Wochenende was mit ihnen unternehmen, solange sie noch klein sind.“

„OK – was davon tust du heute schon alles, damit du dieses Ziel erreichst?“

Der Klient ist offensichtlich etwas betrübt. „Eigentlich nichts. Ich bin fast jeden Tag bis 19:30 Uhr im Büro und dann fahre ich noch nachhause und wenn ich heimkomme, sind die meistens schon im Bett. Und am Sonntag gehe ich meist noch meine Emails durch, damit ich am Montag nicht so einen Stress habe. Eigentlich ist das Mist!“

„Was hält dich davon ab, zum Beispiel schon um 17:30 oder um 18:00 Uhr nachhause zu fahren? Würdest du dann noch rechtzeitig zum Abendessen kommen?“

„Ja, wenn ich um 17:30 Uhr fahre schon, aber das geht nicht.“

„Und warum nicht?“ 

„Das kann ich nicht! Ich muss meine Arbeit fertig machen.“

„Wer sagt das?“

„Mein Chef, meine Kollegen – die erwarten das von mir in meiner Position.“

„Haben sie dir das gesagt?“

„Nein…“ Er rollt ein wenig genervt mit den Augen.

„Würden sie dir Vorwürfe machen, wenn du an 1-2 Tagen in der Woche deine Aufgaben nicht fertig hättest?“

„….. ich weiß nicht… nein, ich glaube nicht.“

„Also, welcher reale Mensch mit 2 Armen und 2 Beinen sagt, dass du erst um 19:30 Uhr gehen darfst?“

Es dauert eine Weile, bis er antwortet. „… eigentlich ich.  Aber das wird WIRKLICH von mir erwartet!“

Soweit der Auszug aus diesem Gespräch. Wenn dieser Klient mir vorher gesagt hätte, dass sein wichtigstes Ziel ist, dass er die Teamleitungsposition endlich bekommt, auf die er schon so lange hinarbeitet…  dass er weiß, dass er besser ist als der, der den Job jetzt gerade macht und dass er beim nächsten Wechsel unbedingt diese Position erreichen will – dann wäre seine Entscheidung, zeitweise so zu arbeiten vielleicht zielführend. Sich zeitweise auch mehr für seinen Job zu engagieren, muss nicht falsch sein! Aber mit dem Ziel, dass er so überzeugend vorgebracht hatte, schien die Ausrichtung nicht zu stimmen, was sich in seiner inneren Unzufriedenheit widerspiegelte. Daher haben wir dieses Thema gemeinsam noch genauer angeschaut.

Du erreichst nicht zufällig einen 3000er

Dieses Gespräch zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass du dir deine wahren Ziele bewusst machst. Deine Energie ist begrenzt und du kommst nicht zufällig auf einem 3000er an. Wenn du so einen Berg besteigen willst, solltest du die Spitze vor Augen haben und genau wissen, dass du dort hinaufwillst. Denn sonst wirst du irgendwann umkehren, spätestens wenn es unbequem und anstrengend wird. Und dann ist die investierte Energie verloren.

Es ist tragisch, wenn Menschen viel Zeit und Kraft in Dinge stecken, die ihnen gar nicht so wichtig sind und dafür die Ziele, auf die es ihnen wirklich ankommt, einfach nicht verfolgen. Vielen ist gar nicht bewusst, wie wichtig ihnen manche Ziele sind. Und wenn es ihnen dann bewusstwird, ist es oft schon zu spät. 

Ich habe Menschen kurz vor ihrer Rente voller Bitterkeit sagen hören, dass sie es sich nie verziehen haben, nicht das Studium gemacht zu haben, dass sie eigentlich machen wollten. Es wäre ihr Traum gewesen und ihr Leben wäre ganz anders verlaufen. 

Eine andere Klientin bedauerte, dass sie für die Familie alles aufgegeben habe. Sie hätte ihren Mann mehr in die Pflicht nehmen sollen, denn mit ihren Skills hätte sie wesentlich zum Familieneinkommen beitragen können und hätte nun auch eine bessere Rente. Aber am meisten schmerzt sie, dass sie ihren beruflichen Traum nicht einmal versucht hat, zu erreichen. 

Wenn diese Erkenntnis zu spät kommt, ist das tragisch. Manchmal lässt sich noch ein Kompromiss oder ein alternatives Ziel finden, dass dem Leben doch noch eine attraktive Wendung gibt. Aber nicht immer… 

Werde dir daher bewusst, wo deine Prioritäten liegen und wo du deinen persönlichen 3000er siehst

Und dabei ist es nicht wichtig, ob du heute schon glaubst, einen 3000er besteigen zu können. Du darfst dabei ruhig etwas träumen und dir selbst etwas zutrauen. Später kannst du immer noch entscheiden, dass du eben nur bis zur Baumgrenze gehst, von wo du aber auch eine tolle Aussicht hast!

Aber die Voraussetzung, dass du dein Potenzial ausschöpfst, ist, dass du dein Ziel zunächst einmal kennst. Wie du es erreichst, ist dann die nächste Überlegung.

 

Ich biete zu diesem Thema ein Zielsetzungs-Coaching an. Wenn du Lust hast, das Thema mit mir anzugehen, dann lass es mich wissen. 

Schreibe einen Kommentar

Allgmeine Geschäftsbedingungen | Datenschutzerklärung